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Montag, 6. April 2015

Rezension: Aquarium - Einrichtung, Pflege, Fischauswahl


Da ich bereits seit einiger Zeit mehrere Aquarien betreibe, habe ich mich dem Buch "Aquarium - Einrichtung, Pflege, Fischauswahl" aus dem Kosmos-Verlag zur Rezension angenommen.
Das Buch hat einige schöne Bilder drin und ist auch übersichtlich gestaltet. Viel mehr allerdings auch nicht. Für den Anfänger der Aquaristik mag es gute Anhaltspunkte darin zu finden geben, jedoch auch einige eher verwirrende oder fehlende Angaben.
Fraglich ist etwa das Kapitel zur Einfahrphase. Grundsätzlich positiv ist, dass diese klar erwähnt wird. Mit zwei Wochen zwar zeitlich am unteren Limit, aber immerhin, es sollte jedem klar sein, dass gleich nach dem Befüllen und Bepflanzen noch keine Tiere ins Aquarium dürfen. Was allerdings fehlt ist eine genauere Erläuterung zur Einfahrphase. Das während dessen das giftige Nitrit schlagartig ansteigen kann wird völlig vergessen. so könnte sich der eine oder andere nach einem negativen Nitrittest am zweiten Tag auf der sicheren Seite fühlen und in Versuchung kommen bereits Fische einzusetzen, was ziemlich fatal enden könnte.
Was mich ebenfalls ins stutzen gebracht hat, ist der doch sehr fragliche Rat, während Urlaubsabwesenheit die Zeitschaltuhr des Aquariums umzustellen wegen Einbrecher. Dies lässt sich bestimmt durch eine nicht ans Aquarium angeschlossene Lampe mit Zeitschaltuhr besser regeln... und vor allem mit weniger Stress für die Aquarienbewohner, bei denen während des Urlaubs die Sonne plötzlich mehrere Stunden später auf und unter gehen soll.
Allgemein wird in dem Buch relativ wenig auf das Wohl der Bewohner eingegangen. So ist die Artenbeschreibung sehr rudimentär und die Angaben zum Schwarm und der Becken grösse in den meisten Fällen minimal bemessen. Des weiteren findet sich ein sehr unpassendes Bild im Buch. Die Unterschrift erläutert die Wichtigkeit der gleichen Wasseransprüche. Auf dem Bild zu sehen sind jedoch Platys und Skalare (Erstere Hartwasserfische, zweitere bevorzugen Weichwasser).

Fazit: Grundsätzlich ist "Aquarium - Einrichtung, Pflege, Fischauswahl" zwar ein schönes Buch für die Sammlung eines belesenen Aquarianers, als alleinige Lektüre für den Neuling jedoch nicht zu empfehlen.

Donnerstag, 23. Januar 2014

Shades of Grey – Ein kleiner Leserbericht





Gut gemeint war es, als ich alle Bücher der Trilogie Shades of Grey per Paket zugesandt bekam und einige Neugierige verlangten auch gleich einen Bericht darüber.
Nun denn, einen guten Monat später habe ich mich nun endlich gänzlich durch insgesamt rund 1800 Seiten gequält. Und eine Qual war es – und ich meine damit nicht etwa die im Buch beschriebenen BDSM-Handlungen. Drei ganze Bücher lang drehen sich um ein Paar, welches ausser Sex, Streitereien und Audifahren kaum etwas zu Stande bringt. Der miserable Schreibstil erledigt sein übrigens, um in der Geschichte keinerlei Spannung aufkommen zu lassen.
Während der Leser bei der Lektüre des ersten Buches noch auf Spannung zu hoffen wagt, muss er sich im zweiten und dritten Teil gänzlich ohne Hoffnung durch die Seiten kämpfen. Kurz vor Schluss aber taucht tatsächlich noch ein Fünkchen Spannung auf, doch kaum ist man über diese erstaunliche Feststellung hinweg, nimmt die Erzählung auch bereits wieder ihren gewohnt einschläfernden Lauf. 

Fazit: Nicht jedes Buch über das die ganze Welt spricht, muss man wirklich gelesen haben. Shades of Grey gehört definitv nicht dazu!


Mittwoch, 15. Februar 2012

Töchter der Sünde von Iny Lorentz

Nun habe ich doch endlich wieder einmal ein gutes Buch zur Rezension erwischt. Der fünfte Teil der Wanderhuren-Reihe bietet alles, was einen historischen Roman des Münchner Autorenpaares Iny Lorentz ausmacht; Spannung, Intrigen, tapfere Helden, Liebe, Leidenschaft und eine hervorragende recherchierte historische Grundlage dazu.
Obwohl der Roman trotzdem nicht ganz ohne Fehler auskommt, wird mit „Töchter der Sünde“ eine Lektüre geboten, die jedem der sich für abenteuerliche Geschichten vor mittelalterlicher Kulisse interessiert, nur zu empfehlen ist.
Obwohl es sicherlich interessant ist, die einzelnen Protagonisten bereits aus den früheren Bänden wiederzuerkennen, ist es nicht zwingend von Nöten diese alle gelesen zu haben. Da sich „Töchter der Sünde“ vermehrt Falko Adler, dem Sohn der einstigen Wanderhure, widmet, während Marie selbst nur noch eine nebensächliche Rolle spielt könnte der neue Band grundsätzlich genauso gut für sich alleine stehen. Die Geschichte ist in sich schlüssig und äusserst spannend zu lesen.

Zur vollständigen Rezension geht es hier.

Die Wanderhuren-Reihe:
1. Die Wanderhure
2. Die Kastellanin
3. Das Vermächtnis der Wanderhure
4. Die Tochter der Wanderhure
5. Töchter der Sünde
6. Die Rache der Wanderhure



Freitag, 27. Januar 2012

Durch die Dunkelheit von M. J. Scribare

Eine Rezension werde ich nicht dazu schreiben, schliesslich habe ich an dem Buch mitgearbeitet. Für einmal allerdings nicht als Autorin, sondern als Illustratorin. Trotzdem möchte ich „Durch die Dunkelheit“ kurz vorstellen und euch darüber nicht im Dunkeln stehen lassen.

Von Träumen, Hoffnung und dem Irren durch die Dunkelheit

In insgesamt sechs Erzählungen werden Träume, Hoffnung, aber auch Verzweiflung, Gewalt und die Zerstörung der Natur thematisiert. Die Autorin nimmt hierzu nicht nur die Perspektive des Erzählers, sondern auch diejenige einer Gejagten und Verurteilten, einer verwirrten Kreatur, eines Träumers und gar eines alten Lindenbaums ein.

Eine Kurzgeschichtensammlung

Das Buch wurde in zwei Hälften unterteilt. Erstere widmet sich eher zeitgenössischen Erzählungen. Der zweite Teil führt mit zwei weiteren Kurzgeschichten zurück in die Epoche des Mittelalters.
Die Illustrationen wurden in verschienen Techniken gemalt, beziehungsweise gezeichnet. Einerseits finden mit Bleistift und Graphit angefertigte Zeichnungen, andererseits Acryl- und Ölbilder, die als Kindle E-Book auf dem Computer auch in Farbe betrachtet werden können. Zudem ist "Durch die Dunkelheit" auch als PDF-Datei erhältlich.
Wer ein Buch zum Anfassen und drin Blättern bevorzugt, findet hier die Print-Version.

Inhalt:

Teil 1
1. Der Baum
2. Der Ritter, der sie retten sollte
3. Hinter der Stille verbirgt sich Musik
4. Ein Schloss aus Marmor, Holz und Luft

Teil 2
5. Wolfsmädchen
6. Durch die Dunkelheit


Eine Leseprobe findet sich hier.

Mittwoch, 18. Januar 2012

Die verzweifelte Suche nach dem guten Buch

Entweder bin ich in letzter Zeit zu einem überaus kritischen und schwer vollends zu begeisternden Leser geworden oder es geraten schlichtweg die falschen Bücher in meine Hände. Jedenfalls vermisse ich nun schon seit einer ganzen Weile Romane wie „Die Königsmörder-Chronik“ („Der Name des Windes“ und „Die Furcht des Weisen“) oder Kinderbücher wie „Wer hat sich da versteckt? ...und wird dann doch entdeckt!“ oder „Der fliegende Holländer“, die von der ersten bis zur letzten Seite überzeugen und mich begeistert zurückliessen.
Obwohl der letzte von mir rezensierte historische Roman „Die Gewandschneiderin“ absolut vielversprechend begann und ich die ersten Kapitel vollends der Überzeugung anheim viel, endlich wieder einmal ein erstklassiges Buch in den Händen zu halten, so konnte sich auch in diesem Fall die Spannung nicht bis zuletzt halten. Es blieb zwar durchaus interessant und unterhaltsam, das Grandiose, welches der Anfang versprach, war jedoch verflogen und hinterliess einzig ein flaues Gefühl im Magen.
Auch der soeben durchgelesene Ratgeber „Simplify your life – Mit Kindern einfacher und glücklicher leben“, kam nicht über eine gutgemeinte Ansammlung von oberflächlichen und grösstenteils bekannten Tipps hinaus, die zwar kurzweilig zu lesen, mehr aber auch nicht, waren. Von meiner letzten Rezension im Fantasy-Bereich reden wir besser erst gar nicht.
Rückblickend muss ich zugeben, ging ich bei meinen allerersten Rezensionen wohl tatsächlich etwas weniger kritisch ans Werk, aber keineswegs kritiklos! Aber auch nachträglich betrachtet, habe ich damals eindeutig die besseren Bücher erwischt!
Nun, weitere Rezensionen werden folgen und ich hoffe schwer – für mich, aber auch für alle die hier lesen – bald wieder einen wirklich guten Buchtipp abgeben zu können!

Dienstag, 10. Januar 2012

Atherton – Das Haus der Macht von Patrick Carman

Offenbar beweise ich in letzter Zeit ein schlechtes Händchen in Sachen Auswahl neuer Fantasy-Bücher zur Rezension.
Um es gleich vorweg zu nehmen, selten entpuppte sich das Lesen eines Buches als solche Qual! Zahlreiche sinnlose Wiederholungen, kindische Anreden, die eher in ein Buch für fünfjährige gepasst hätten, banale Reden und dazu etliche Logikfehler und Widersprüche vermögen das Aufkommen jeglicher Spannung sofort zu unterdrücken. Einzig die Hoffnung es würde sich wider allen Erwartungen doch noch irgendwie ein wenig Lesespass einfinden, liessen mich überhaupt bis zum Ende durchhalten.
Die Hoffnung wurde mit dem letzten Kapitel endgültig zerstört. Das interessanteste an dem ganzen Buch war noch das Interview mit dem Autor im Anhang. Darin kommt unter anderem auch das Einbauen zeitgenössischer Themen wie Umweltverschmutzung und der Missbrauch von Macht zur Sprache. Sicherlich sehr wichtige Themen und ebenfalls eine unterstützenswerte Idee, diese in einem Fantasy-Roman für junge Leser zugänglich zu machen. Die Umsetzung lässt allerdings schwer zu wünschen übrig.
Offenbar sollte der Roman insbesondere Jugendliche ab zwölf Jahren ansprechen, der angeschlagene Schreibstil ähnelt jedoch eher dem eines Kinderbuches. Für ein solches wiederum ist die Handlung zu komplex und zudem stellenweise zu brutal, obwohl tunlichst daran gesetzt wird die Beschreibung brutaler Stellen zu umgehen.
Bis zuletzt bleibt „Atherton – Das Haus der Macht“ schlichtweg unlogisch und langweilig. Und das Tragische daran: dies war erst der erste Band der Atherton-Trilogie. Entsprechend wird der Leser noch nicht einmal mit einem Ende belohnt, sondern mitten in der Geschichte stehen gelassen.
Für mich ist eines jedoch klar, um die Fortsetzung werde ich einen weiten Bogen machen.

Nun gut, etwas Positives muss ich trotzdem erwähnen. Bei der Gestaltung hat sich der Verlag wirklich Mühe gegeben. Etliche Zeichnungen und die Struktur von Gestein auf zahlreichen Seiten, machen den Roman immerhin zum Hingucker im Bücherregal. Immerhin etwas!


Hier gehts zur vollständigen Rezension: Patrick Carman: Atherton - Das Haus der Macht



Das Buch: Patrick Carman, Atherton – Das Haus der Macht, Kosmos Verlag 2011, 347 Seiten, Hardcover

Sonntag, 11. Dezember 2011

Die Krieger der Königin, Falkenherz von L. J. McDonald

Vielleicht hätte ich zuerst den ersten Band „Die Krieger der Königin“ der gleichnamigen Serie lesen sollen. Dann zumindest hätte ich halbwegs eine Ahnung erhalten, was mich mit dem zweiten Band „Falkenherz“ erwartet, denn vom hören und sagen her, war das Erfolgsrezept der kanadische Autorin L. J. McDonald bereits im Vorgänger eine wahrlich fantastische Fantasy-Geschichte mit reichlich Sex und einigem Gemetzel. Nicht das ich gegen diese drei Sachen Grundsätzlich etwas hätte. Das sinnvolle Mass und eine gewisse Logik sind jedoch meiner Meinung nach ausschlaggebend!

Handlung von „Die Krieger der Königin“

Lizzys Freundin ist während einem Ausflug mit ihr sehr an den Männern am Hafen interessiert. Zum flirten hat sich das naive Mädchen aber den Falschen ausgesucht. Als dieser erfährt, dass sie aus Sylphental, dem Land mit den vielen Kriegersylphen kommt, riecht er ein gutes Geschäft, denn schliesslich ist er Händler, unter anderem Menschenhändler. Lizzys Freundin wird von ihrer Sylphe gerettet und ihr weiterer Begleiter, ihr Verehrer Justin flüchtet kurzerhand. Lizzy hingegen wird an Bord des Schiffes gebracht und Wochen später in der Ferne verkauft. Da sie als Kriegeropfer nicht angenommen wird, landet sie im Harem. Nichts ahnend, dass ihr Vater Leon mit seinem geschwächten Krieger Ril, der zudem Lizzys heimliche Liebe darstellt bereits auf dem Weg sind sie zu befreien. Doch wie soll man jemanden aus einer Stadt befreien, die von hunderten Kriegersylphen bewacht wird?

Meine Meinung

Ich muss sagen, die ersten zwei, drei Duzend Seiten hinweg war ich drauf und dran das Buch weit weg in irgendeine Ecke zu werfen. Schlussendlich habe ich aber durchgehalten und wurde trotz meiner anfänglichen Skepsis und Abneigung positiv überrascht. Zugegeben, die Übertreibungen, die mich von Anfang an den Kopf schütteln liessen - etwa wenn einem Fremden der Kopf abgerissen wird, einzig weil er einer Schankmagd an den Bussen gefasst hat (und das im fortschrittlichen Sylphental!) - traten weiterhin zutage. Die zunehmende Spannung liess mich aber über geworfene Steine, die einen menschlichen Körper durchschlagen und ähnliches weitgehend, wenn auch nicht ganz, hinweg sehen.

Zum Ende hin ist auch der Sex weniger nervend

Auch der zu Beginn nervende Anteil an Sex in der Geschichte, machte etwas gemässigteren oder zumindest passender dosierten Sexszenen Platz, die nicht mehr ganz so vulgär anmuteten wie zu Beginn des Romans. Ganz weg blieben sie natürlich nicht, schliesslich stellt Sex einen wichtigen Teil der Geschichte dar, ist es doch auch die einzige Möglichkeit mit der ein Krieger seinen weiblichen Meister zur Königin machen kann, wie es bereits im ersten Teil von „Die Krieger der Königin“ mit Solie geschieht.

Fazit zu „Die Krieger der Königin – Falkenherz“

Wenn man sich erst einmal in die Geschichte hineingefunden hat, ist sie tatsächlich ganz amüsant und sogar spannend. Ungereimtheiten in der geschichtlichen Logik, der schlichtweg nervende Nebencharakter Justin sowie Schwachstellen im Aufbau des Romans trüben den Lesespass jedoch beträchtlich. Ansonsten ist „Die Krieger der Königin – Falkenherz“ flüssig zu lesen und wem der erste Band der Serie gefallen hat, dem wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch dieser zusagen.

Buchdetails: L. J. Mcdonald, Die Krieger der Königin – Falkenherz (original: The Battle Sylph), Knaur Taschenbuch 2011, 416 Seiten

Die Reihe:

Die Krieger der Königin
Die Krieger der Königin – Falkenherz
Die Krieger der Königin – Schattenmacht (erscheint am 3. August 2012)


Freitag, 25. November 2011

Das Einhorngeheimnis von Dagmar Hossfeld – Eine Rezension

Eigentlich ist Zafira ein Einhorn doch in der Welt der Menschen wirkt sie wie ein ganz gewöhnliches Pferd. Trotzdem erkennt Kristin was die weisse Stute in Wahrheit ist und freundet sich bereits im Vorgänger „Kristin und das Einhorn“ mit Zafira an und versucht ihr zu helfen in die Welt der Einhörner zurückzukehren. In „Das Einhorngeheimnis“ steht Zafira vor einer schweren Entscheidung.

Gewöhnliches Pferd mit Fohlen oder einsames Einhorn

Zehn Monate ist es her, seit Zafira in die Welt der Einhörner zurückgekehrt ist. Doch eines Tages taucht sie abermals in jener der Menschen auf. Als Kristin sie entdeckt, berichtet ihr Zafira von ihrer Verbannung durch ihren Vater Oberon. Da sie ein Fohlen von einem gewöhnlichen Hengst erwartet, werden ihr die weiten Wiesen der Einhörner verwehrt. Erst nach der Geburt ihres Fohlens soll ihr die Rückkehr gestattet werden, jedoch nur unter der Bedingung ihr Junges zurückzulassen. Weigert sie sich, ist sie selbst dazu verdammt als einfaches Pferd bei den Menschen zu leben. Keine Frage, dass die 15-jährige Kristin und ihr Freund Tobias die Einhornstute nicht bloss mit den heissgeliebten Erdbeeren versorgen, sondern auch sonst versuchen ihr zu helfen.

Ein Jugendbuch für fantasievolle Mädchen

Auf den ersten Blick ist „Das Einhorngeheimnis“ wohl als typischer Mädchenroman zu bezeichnen. Pferde, Einhörner, etwas Magie, eine ganz gewöhnliche Schülerin und dazu eine beinahe allzu perfekt scheinende Liebesgeschichte. Und selbstverständlich gibt es zum Schluss ein Happy End. Auch die ausschliesslich von Seiten Kristins und Zafiras gesehene Sichtweise wird eher Mädchen ansprechen.

Oberflächliche Charaktere

Zafiras Sorge, die die von ihr zu treffende Entscheidung zwischen der Welt der Einhörner und ihrem eigenen Fleisch und Blut, kommt insbesondere kurz vor der Geburt des Fohlens sehr schön zum Ausdruck. Weniger tiefgründig ist hingegen Kristin. Ihr Leben scheint einzig und alleine den Pferden und Zafira zu gehören. Auch ihr Freund Tobias stellt dabei keine Ausnahme dar. Während des ganzen Buches kommt er nicht über den Status des ewig hilfsbereiten Nebencharakters hinaus. Im Grossen und Ganzen beschränkt sich das Buch auf das unbedingt Notwendige, um die Geschichte voranzutreiben.

Fazit zu „Das Einhorngeheimnis“

Junge, verträumte Pferdenärrinnen werden sicherlich auf ihre Kosten kommen. Für ältere Jugendliche (ab etwa vierzehn Jahren) wird „Das Einhorngeheimnis“ durch die simple Sprache und den doch recht kindlichen Inhalt wohl weniger von Interesse sein. Hingegen lässt sich der Kinder- und Jugendroman auch gut jüngeren Schulkindern vorlesen. Die Kenntnis des Vorgängers „Kristin und das Einhorn“ ist für das Verständnis nicht zwingend notwendig.

Das Buch:

Dagmar Hossfeld, Das Einhorngeheimnis, Ueberreuter 2011, ab 10 Jahren, ISBN: 978-3-8000-5600-2, 136 Seiten, Hardcover

Donnerstag, 24. November 2011

Die Furcht des Weisen von Patrick Rothfuss

Königsmörder-Chronik, Zweiter Tag. Die Fortsetzung des Bestseller Fantasy-Epos „Der Name des Windes“.

„Drei Dinge gibt es, die jeder Weise fürchtet: den Sturm auf hoher See, eine mondlose Nacht und den Zorn eines sanftmütigen Mannes.“

Mit der „Der Name des Windes“, dem ersten Band der Köniksmörder-Chronik, hat der Amerikaner Patrick Rothfuss einen voluminanten Start als Fantasy-Autor hingelegt und sich den Deutschen Phantastik Preis für den bester internationalen Roman eingeheimst. Lange Zeit musste jedoch auf die Fortsetzung der Geschichte, um den sagenhaften Kvothe, gewartet werden. Ende Oktober 2011 war es dann endlich soweit und mit „Die Furcht des Weisen, Teil 1“ kam der erste Teil, des in der deutschen Ausgabe auf zwei Bücher aufgesplitteten zweiten Bandes, heraus.

Kvothes Suche nach den Chandrian geht weiter

Wie schon der „Der Name des Windes“, nimmt auch „Die Furcht des Weisen“ seinen Anfang im Wirtshaus des unscheinbaren Kote. Inzwischen ist der zweite Tag angebrochen, an dem er seine Geschichte dem wissbegierigen Chronisten anvertraut. Denn bei dem Gastwirt handelt es sich um niemand geringeren als Kvothe, den legendärsten Magier seiner Zeit.
Als wäre kein Tag vergangen führen seine Erläuterungen zurück an die arkanische Universität. Dort widmet sich der junge Kvothe seinem Studium und dem Lautenspiel. Doch sein Hauptaugenmerkt liegt nach wie vor darin die geheimnisvollen Chandrian, die Mörder seiner Eltern, aufzuspüren. Durch eine Intrige seines Erzfeindes Ambrose wird er allerdings gezwungen die Universität zu verlassen. Mit der Hoffnung doch noch einen Gönner zu finden, reist er schliesslich an den Hof des Maer Alveron. Im fernen Vintas plant er weiter nach den dämonischen Chandrian forschen zu können, doch stattdessen wird er mit einer kleinen Truppe auf Banditenjagd geschickt.

Leben und Leiden mit Kvothe

Von der ersten Zeile an wird der Leser in die Geschichte hineingezogen. Insbesondere der Charakter von Kvothe lädt zum mitfiebern, hoffen und bangen ein. Sicherlich ist die Ich-Perspektive seiner Erzählungen hierfür mitverantwortlich, die lediglich bei den Wirtshausszenen im Jetzt, unterbrochen wird. Rothfuss schafft es jedoch mit seiner ausführlichen und lebhaften Schreibweise nicht nur Kvothe selbst, sondern auch alle anderen Charaktere buchstäblich vor den Augen des Lesers entstehen zu lassen. Beinahe ist es, als würde man alles durch Kvothe höchstpersönlich miterleben.

Die Furcht des Weisen – Ein Fantasy-Epos voller Poesie

Obwohl sich gut die Hälfte des ersten Bandes von „Furcht des Weisen“ durch ein eher gemächliches Tempo mit etlichen Details auszeichnet, geht dabei keineswegs die Spannung verloren. Der äusserst lebendige, oftmals poetisch anmutende Schreibstil fesselt den Leser von der ersten bis zur letzten Seite. Trotz der länge des Epos (der aufgrund des Umfangs in zwei Bände unterteilt wurde) ist kein Satz überflüssig. Die zweite Hälfte des Buches wird durch einen zunehmend rasanteren Handlungsfluss gezeichnet, der in einem halboffenen Ende gipfelt. Während manche der aus dem ersten Band offenen Fragen zumindest ansatzweise beantwortet wurden, gesellen sich aber auch zahlreiche Neue dazu und schüren die Vorfreude auf den zweiten Teil von „Die Furcht des Weisen“.

Ausblick auf „Die Furcht des Weisen, Teil 2“

Mit dem zweiten Teil wird sich Kvothes Reise im Westen fortsetzen. Im Reich der Fae begegnet er der sagenhaften Felurian. Kein Mann vermag ihrer Schönheit zu widerstehen und auch Kvothe kann sich ihrer Macht nicht gänzlich verwehren. Bei den stillen Kriegern der Adem wird er zudem in der Kunst des Lethani unterrichtet.
„Die Furcht des Weisen, Teil 2“ wird voraussichtlich ab dem 21. Februar 2012 erhältlich sein. Vom dritten Band ist bislang einzig der englische Arbeitstitel „The Doors of Stone“ bekannt.

Fazit zu „Die Furcht des Weisen“

„Die Furcht des Weisen“ zeichnet sich durch die aus "Der Name des Windes" bekannte lebhafte und detaillierte Schreibweise aus. In flüssiger Sprache lässt Patrick Rothfuss Fantasie, Poesie und Spannung zu einem imposanten Gesamtwerk verschmelzen, das nicht nur Fantasy-Liebhaber uneingeschränkt zu empfehlen ist.

Buchdetails:

Patrick Rothfuss, Die Furcht des Weisen (Band 1), Die Königsmörder-Chronik, Zweiter Tag („Wise Man’s Fear“), Hobbit Presse Klett-Cotta 2011, Hard Cover mit Lesebändchen, 859 Seiten

Sonntag, 9. Oktober 2011

Guten Abend, gut’ Nacht… gähn – ein Kinderbuch zum einschlafen

Erst noch habe ich über Kinderbücher geschwärmt. Nun aber habe ich auch in dieser Sparte Bücher eines erwischt, über dass ich in meiner Rezension einfach nichts wirklich Positives schreiben konnte.

Wiegenlieder zum einschlafen

Zugegeben, die Liederauswahl ist nicht so schlecht. Das Schlafliederbuch „Guten Abend, gut’ Nacht“ beinhaltet nämlich eben dies: Schlaf- und Wiegenlieder. Davon insgesamt vierzehn mehr oder weniger bekannte Stücke aus dem deutschen Sprachraum. Im Buch befindet sich eine CD, welche alle Stücke einmal als gesungene und einmal als Karaoke-Version zum mitsingen beinhaltet. Erstere der beiden überrascht vor allem durch die hohe, mehr als nur ein bisschen gewöhnungsbedürftige Singstimme, die zu Weihnachtsliedern wunderbar passen würde, zu Schlafliedern für Kinder allerdings eher weniger. Eines muss man den gesungenen Liedern aber lassen, einschläfernd wirkt das Ganze auf jeden Fall. Wer doch noch etwas wach bleiben will und über musikalisches Geschick verfügt, kann aber auch auf die CD verzichten und sich an den Noten und Akkorden orientieren, mit denen jedes Lied versehen wurde.

Illustrationen zwischen Traum und Alptraum

Da das Buch „Guten Abend, gut’ Nacht“ für Kinder ab vier Jahren gedacht ist, dürfen natürlich die Bilder dazu nicht fehlen. Diese muten modern, surreal und für meinen Geschmack nicht besonders schön an. Schlafende Schafe auf Wolken sind zwar süss und passend, aber Hunde mit Augenklappen und Roboter, die auf dem Mond sitzend runter schauen eher weniger. Naja, irgendjemandem wird es bestimmt gefallen… mir und meinem Testleser (beziehungsweise Hörer) allerdings nicht. Und dabei war ich doch so begeistert von den musikalischen Kinderbüchern des Anette Betz Verlages.

Liederauswahl von „Guten Abend, gut’ Nacht“


• Der Mond ist aufgegangen
• Hört, ihr Herren, und lasst euch sagen
• Kindlein mein
• Nun ruhen alle Wälder
• Schlaf, Kindchen, schlaf
• Weißt du, wie viel Sternlein stehen
• Guten Abend, gut´ Nacht
• Abendstille überall
• Guter Mond, du gehst so stille
• Wer hat die schönsten Schäfchen?
• Still, still, still
• Schlafe, mein Prinzchen
• Aber heidschi bumbeidschi
• Müde bin ich, geh zur Ruh

Dienstag, 4. Oktober 2011

Warum der Schnee weiss ist – ein Kinderbuch von Heinz Janisch

Erst vor kurzem habe ich dieses Kinderbuch bereits angesprochen und nun möchte ich noch einmal mit einer kleinen Rezension darauf zurückkommen.
Alles beginnt auf der Fensterbank, als ein Vater seiner neugierigen Tochter eine Geschichte erzählt. Dies ist jedoch nicht irgendeine Geschichte, sondern diejenige des Schnees, der sich farblos auf die Suche nach seiner Farbe macht.

Einst war der Schnee durchsichtig und farblos


Vor langer Zeit erhielten die Blumen ihre Farben, nicht aber der Schnee. So staunte er, farblos wie er war, über die Farbenpracht der Blumen und sehnte sich danach ebenfalls eine Farbe zu erhalten. Auf seiner Suche nach einer eigenen Farbe begegnete er violetten Veilchen, gelben Sonnenblumen, roten Rosen und vielen anderen. Sie alle bat er höflich um etwas Farbe, doch keiner war gewillt dem Schnee etwas von seiner Farbe abzugeben, bis er schliesslich auf das Schneeglöckchen traf.

Mit Kindern in die Farbenpracht der Natur eintauchen


Jede Doppelseite wurde fantasievoll mit passenden Illustrationen gestaltet. Als farblose Gestalt oder aber in der geliehenen Farbe der Blume ist jeweils der Schnee erkennbar. Die natürlichen und realitätsnahen Abbildungen der Blumen und Gräser zeigen aber auch einzelne dieser als geschickt umgesetzte „Blumenpersonen“, bei denen der Schnee um eine Farbe bittet. Die bunten, fantastischen und wunderschön gestalteten Illustrationen bieten nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen einiges zu entdecken.

Eine Geschichte zum Vorlesen, Staunen und Träumen


Das Kinderbuch „Warum der Schnee weiss ist“ wird vom Verlag für Kinder ab vier Jahren empfohlen und eignet sich durch die einfache Sprache hervorragend zum Vorlesen und gemeinsamen betrachten. Aber auch etwas ältere Kinder dürften noch ihre Freude an dem Buch haben. Die Illustrationen und Farben laden zum sinnieren und träumen ein. Mit etwas Fantasie kann etwa eine Reise gemacht werden in eine winterliche Landschaft, in der der Schnee seine Farbe nicht vom Schneeglöckchen, sondern beispielsweise von der blauen Kornblume erhalten hätte.

Fazit zu „Warum der Schnee weiss ist“


Mit „Warum der Schnee weiss ist“ werden Kinder und erwachsene Kinder auf einfache und geschickte Weise zum fantasieren, interpretieren und träumen eingeladen. Ein rundum gelungenes, altersgerechtes Kinderbuch für die ganze Familie.

Donnerstag, 22. September 2011

Patrick Rothfuss: Der Name des Windes

Bereits in einem Monat soll der zweite Band, beziehungsweise der erste Teil des zweiten Bandes, der Königsmörder-Chronik auf Deutsch erscheinen. Dies habe ich mir zum Anlass genommen, noch einmal einen Blick auf das erste Buch der Trilogie zu werfen. Der Autor Patrick Rothfuss erzählt in „Der Name des Windes, die Königsmörder-Chronik, Erster Tag“ auf beeindruckende und eingängige Weise die Geschichte des berühmten Magiers Kvothe.

Der erste Tag der Königsmörder-Chronik

Alles scheint gemütlich zu sein im örtlichen Wirtshaus, wo „Der Name des Windes“ seinen Anfang nimmt. Doch bereits nach kurzem wird klar, dass in der beschaulichen Ortschaft nicht alles so ist, wie es eigentlich sein sollte. Ein Dorfbewohner stürmt ins Wirtshaus und berichtet von spinnenartigen Wesen, die ihn über ihn herfielen und nur wenig später trifft auch noch der Chronist ein, womit die Geschichte erst richtig beginnt.

Denn bei dem Gastwirt handelt es sich nicht um irgendwen, sondern um keinen geringeren als Kvothe, den berühmtesten Zauberer seiner Zeit. Doch lediglich sein nicht ganz menschlicher Schüler Bast kennt seine wahre Identität. Allerdings wird Kvothe schliesslich von dem Chronisten ebenfalls erkannt, woraufhin dieser ihn bittet seine Geschichte aufschreiben zu dürfen. Anfangs wenig begeistert willigt Kvothe schlussendlich doch ein, jedoch unter der Bedingung, dass alles exakt so niedergeschrieben wird, wie er es innerhalb der folgenden drei Tage berichten würde. „Der Name des Windes“ so dann auch die Erzählungen und Geschehnisse jenes ersten Tages, an dem sich Kvothe seiner Vergangenheit entsinnt.

Die Biographie des legendären Magiers Kvothe


Die Erzählungen des Magiers beginnen mit seiner Kindheit, die er als Angehöriger der fahrenden Spielleute Edema Ruh verbrachte. Unterwegs erhält er eine Weile unterricht in einfachen Zauber. Doch das friedliche Leben nimmt ein jähes Ende. Eines Tages muss der junge Kvothe die gesamte Ruh-Truppe ermordet auffinden. Unter den von den dämonenartigen Chandrian Abgeschlachteten befinden sich auch seine Eltern. Fortan ist Kvothe auf Stehlen und Betteln angewiesen um sich durchzuschlagen, bis er beschliesst sein Glück am Arkanum, der Universität der magischen Wissenschaft, zu versuchen. Trotz aller Probleme mit denen er sich herumschlagen muss, behält er eines immer im Auge; er trachtet danach den Namen des Windes zu erfahren und sich irgendwie an den Chandrian zu rächen.

Berührende Fantasy aus der Sicht Kvothes

Was bei „Der Name des Windes“ sofort auffällt, ist die beeindruckende Authentizität und Aussagekraft der Erzählung. Obwohl die Geschichte von Patrick Rothfuss sehr detailreich ausgearbeitet wurde, wirkt sie nie abgehoben oder gar langatmig. Selbst die geschilderte Magie erscheint durchwegs realistisch und nachvollziehbar.
Das Hauptaugenmerk von „Der Name des Windes“ liegt ganz klar auf Kvothe. Die Erzählungen seines Lebens erfolgen in der Ich-Form. Dadurch erhalten die Schilderungen seiner Gefühle, Gedanken und Ängste etwas sehr persönliches und berührendes. Das ganze Buch hindurch wird der Leser geradezu von der Geschichte gefesselt und man kann gar nicht anders als mit Kvothe mitzuleiden und zu hoffen.

Der zweite Band „Die Furcht des Weisen“

Lange Zeit blieb dem Leser verborgen, wie die „Königsmörder-Chroniken“ weitergehen. Lediglich ein Zusatzkapitel in einer Sonderausgabe ermöglichte einen kleinen Ausblick auf den zweiten Band. Dieser soll allerdings aufgrund seiner Länge in zwei Teilen, unter dem Titel „Die Furcht des Weisen“ bei Klett-Cotta erscheinen. Über den ersten Teil darf man sich bereits am 24. Oktober 2011 freuen. Wer den ganzen Band in einem Durchgang lesen möchte, muss sich bis zum 21. Februar 2012 gedulden. Vom dritten Band ist bisher lediglich der englische Arbeitstitel „The Doors of Stone“ an die Öffentlichkeit gedrungen. Sollten die weiteren Teile der Trilogie an Spannung und Tiefe mit dem ersten Band mithalten, darf sich aber jeder Liebhaber fantastischer Literatur bereits heute auf die Fortsetzungen freuen. Zumindest darf sich "Der Name des Windes" fortan als eines meiner persönlichen Lieblingsbücher rühmen!



Das Buch:
Patrick Rothfuss, Der Name des Windes, Die Königsmörder-Chronik, Erster Tag, Band 1 (Origial: The Name of the Wind), Hobbit Presse Klett-Cotta, 864 Seiten